Gary Glitter: Ein widerwärtiger pädophiler perverser Drecksack und Kinderschänder!

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Dieser Bericht ist längst überfällig und war auch bereits für Ende letzten Jahres angekündigt. Aber ich habe bisher immer gern Ankündigungen gemacht, aus denen meist nichts, oder aber falls doch, erst viel später etwas wurde. Und das ist jetzt beileibe nicht nur auf diese Homepage bezogen. Zu Beginn stellt sich natürlich die Frage, warum ich diesem miesen Subjekt einen ganzen Artikel widme. Nun, bis vor kurzem war Gary Glitter mein absoluter Lieblingsinterpret, und das seit 1976. Ich besitze immer noch massenhaft Material von ihm und war sogar mal Mitglied in seinem englischen Fanclub. Jeder der mich kennt weiß das. Deshalb bin ich besonders betroffen und möchte jetzt Stellung beziehen.

Aber erst einmal zur näheren Geschichte von diesem verdammten Drecksack. Gary Glitter, der in Wirklichkeit Paul Francis Gadd heißt wurde am 08. Mai 1944 in London geboren. Noch zu Schulzeiten gründete er seine erste Band Paul Russell and the Rebels. 1960 erschien unter seinem neuen Künstlernamen Paul Raven seine erste Single `Alone In The Night´, die bereits zwei Jahre zuvor aufgenommen wurde. Zwei weitere folgten 1961. Alles Flops. Wie viele andere englische Musiker zuvor ging Raven, der inzwischen verheiratet war und zwei Kinder hat, nach Deutschland, um dort vorwiegend im Hamburger Starclub und im Kieler Starpalast aufzutreten. In England erschienen weitere Singles, auch unter den Namen Paul Monday und Rubber Bucket, die jedoch allesamt nicht von Erfolg gekrönt waren. Er sang auch auf der Schallplattenaufnahme zu `Jesus Christ Superstar´. Aber ein Durchbruch war nicht in Sicht. Erst 1972, im Zuge der aufkeimenden Glamrock - Welle wendete sich das Blatt. Paul Raven und sein langjähriger Produzent und Songwriter Mike Leander schrieben das Stück `Rock And Roll´ und nahmen dieses auf. Da sie keine B - Seite hatten, remixten sie die Musik der A - Seite und brüllten zu der einen solch anspruchsvollen Text wie heeey, uhh, aah usw. Da Paul Raven bisher kein Glück hatte, suchte man einen neuen Namen für die Scheibe, die als `Rock And Roll Part 1´ mit B - Seite `Rock And Roll Part 2´ auf den Markt kam, und fand ihn in Gary Glitter. Drei Monate lang geschah gar nichts, dann wurde Part 2 plötzlich in den Discotheken gespielt und avancierte von da an zum weltweiten Hit. In den USA wird das Ding selbst heute noch auf allen großen Sportveranstaltungen gespielt. Auch die folgenden Singles, darunter z.B. `Do You Wanna Touch Me (Oh Yeah!)´ und `I´m The Leader Of The Gang (I Am!)´ wurden Superhits, ebenso wie die ersten drei Alben die oberen Regionen der Charts eroberten. Gary Glitter trieb es stets eine Stufe weiter, bunter und verrückter, als alle anderen Glamrocker. Mit seiner Musik, vorwiegend bestehend aus hypnotischen Drumbeats und Handclaps mit simplen langgezogenen Gitarrenriffs hatten er und Mike Leander etwas völlig neues erschaffen. 1976 mit dem Abebben der Glamrock - Welle begann auch Glitter´s Stern langsam zu sinken. Er hatte zwar noch ein paar mittlere Hits, die jedoch nicht mit den großen Erfolgen der vergangenen Jahre mithalten konnten. Die letzten beiden Alben flopten total. Hinzu kam daß der in England damals übliche sehr sehr hohe Steuersatz für Großverdiener, sowie ein teurer exzessiver Lebensstil ihm auch finanziell das Genick brachen. Glitter war pleite, sein luxuriöses Anwesen in einem Vorort von London wurde versteigert, ebenso wie fast sein gesamtes Hab und Gut. Dennoch war der ehemalige Superstar hochverschuldet. 1978 nahm er das Angebot an, in Neuseeland die Rolle des Frank n´ Furter Musical `Rocky Horror Picture Show´ zu spielen. 1979 erschien die Single `Superhero´, die jedoch noch mehr flopte als damals die alten Paul Raven - Sachen. Ein weiteres Lebenszeichen in dem Jahr war ein Kurzauftritt im kleinen Hamburger Club `Chikago´ mit der Formation Rock Circus, die zum Teil aus ehemaligen Rattles - Musikern bestand. Die zwei dargebotenen Songs mit Gary Glitter sind auch auf dem Doppelalbum `Live Im Chikago´ vertreten. Erst in der zweiten Jahreshälfte von 1980 gelang es Glitter, zumindest in seiner Heimat wieder Fuß zu fassen. Seine neue Single `What Your Mama Don´t See (Your Mama Don´t Know!)´, welches, hört man sich den Text genau an, nachdem was man heute weiß, durchaus schon Rückschlüsse auf seine pädophilen Neigungen zulässt, wurde ein Hit in den Independent Charts und das Jahr endete mit einem gut besuchten Auftritt im nicht gerade kleinen Londoner Rainbow Theatre, wo Glitter bereits in seiner Zeit in den Siebzigern gastierte. In den nächsten Jahren folgten weitere Singles, von denen einige sich verhältnismäßig passabel in den Charts platzieren konnten. Weitere Liveauftritte folgten, anfangs in Universitäten, dann in kleineren Hallen. Das Publikumsinteresse nahm stetig zu. Mit `Another Rock And Roll Christmas´ schaffte es Glitter 1984 sogar wieder in die Top Ten der britischen Charts. Gegen Ende der Achtziger bespielte Glitter bereits die großen Hallen. Seine alljährlichen Tourneen zur Vorweihnachtszeit wurden Kult. Gegen Mitte der Neunziger waren es bereits die großen 10.000er Hallen. Auf seiner letzten Tour 1997 spielte Glitter in London an drei aufeinanderfolgenden Tagen zwei Shows in der Wembley Arena und eine in der Dockland Arena. Und es wäre mit Sicherheit noch bombastischer geworden, hätte es nicht die Nachricht gegeben, daß auf seinem PC tausende von pornographischen Fotos mit Kindern gefunden wurden. Das war kurz vor Beginn seiner Tour, die jedoch dennoch äußerst erfolgreich verlief. Wahrscheinlich mochte oder wollte das keiner so recht glauben. Auch ich habe das nicht geglaubt. Ich wahr der festen Meinung, daß ihm da jemand einen ganz üblen Streich gespielt hatte. Ich konnte mir das nicht vorstellen. Gary Glitter war so ziemlich der letzte, dem ich so etwas zutrauen wurde. Eigentlich genau genommen der vorletzte, weil der letzte bin ich natürlich selbst. Dieser so sympathische Typ mit einem Übermaß an Selbstbewusstsein, der ständig irgendeine hübsche Frau an seiner Seite hatte und diese saustarke Musik macht, der soll so etwas widerwärtiges erbärmliches gemacht haben, wie sich Kinderpornographie herunterzuladen? Das wollte und konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Nun ja, nach Beendigung der Tour war erst einmal Funkstille. Glitter verschwand mit seiner kubanischen Freundin in deren Heimat. Sein Plattenlabel veröffentlichte nicht das für 1998 fest eingeplante neue Album, sowie die ebenso geplanten CD - Veröffentlichungen der ersten fünf Alben. Man hörte einfach nichts mehr. Erst im November 1999, passenderweise an meinem Geburtstag, wurde Glitter der Prozess gemacht, wegen den Fotos auf seinem PC. Zwei Stunden zuvor war er noch in einer anderen Sache freigesprochen worden. Eine Ex - Freundin hatte ihn nämlich angezeigt, weil er drei mal mit ihr Sex hatte, als sie noch 14 Jahre alt war. Das wird mit Sicherheit auch so gewesen sein, jedoch ist Geld von einer englischen Zeitung geflossen und es sollte im Falle eines Schuldspruchs eine noch größere Summe geben. Von daher wäre ein Schuldspruch juristisch fragwürdig gewesen und die Geschworenen plädierten auf Freispruch. Anders lief es im nächsten Prozess. Glitter musste sich anhand der Beweise schuldig bekennen. Es ging um über 50 besonders schlimme Fotos. Für jedes einzelne von denen hätte man Glitter problemlos 2 Jahre aufbrummen können. Das hieße, er wäre im Alter von ca. 160 aus dem Gefängnis entlassen worden. Aber nein: Diesen Glückspilz haben sie mit schlappen vier Monaten davonkommen lassen. Und wegen guter Führung brauchte er von denen auch nur die Hälfte absitzen. Nach seiner Entlassung gab es eine sehr kurze Pressekonferenz, auf der der verlogene Perversling ein kurzes Statement von sich gab. Fast schon unter Tränen sagte er, er bereue es zutiefst, er hätte seine Strafe abgesessen und möchte sein Leben leben. Das war natürlich völlig gelogen und gut gespielt. Bereut hat dieses kranke Ferkel rein gar nichts, wie man inzwischen weiß. Ganz im Gegenteil: Nach diesem milden Urteil hat er sich wahrscheinlich noch bestätigt gefühlt und geglaubt, er hätte die totale Narrenfreiheit auf diesem Planeten.  Daß dieser Mann ein guter Schauspieler und Lügner ist, ist mittlerweile ja bekannt. Schließlich hat er sich ja 1993 tatsächlich erdreistet, nachdem die gleiche Ex - Freundin, die ihn später angezeigt hat ihn als Perückenträger zu outen, in einer deutschen Fernsehshow aufzutreten, und was weiß ich wo noch sonst überall, und ernsthaft behauptet hat, seine Haare wären echt. Dabei sind diese wahrscheinlich bereits zu Paul Raven - Zeiten vom vielen billigen Fusel ausgefallen. Aber jetzt erst einmal eine kurze Unterbrechung für ein persönliches Statement. 

Im Nachhinein ist es mir unbegreiflich, aber ich habe auch nach Glitter´s Verurteilung noch weiter zu ihm gehalten. Ich habe ernsthaft geglaubt, er hätte es tatsächlich bereut, diese abartigen Fotos auf dem PC abzuspeichern. Außerdem war ich der saublöden und teilweise schon erschreckenden Ansicht, das wären ja nur Fotos gewesen, in Wirklichkeit würde Gary Glitter nie Kinder mißbrauchen und hat so etwas auch nie gemacht. Das war schon mal blauäugiger Bullshit! Natürlich würde jeder dieser pädophilen Bildersammler auch gern in die Tat umsetzen, was er auf den Fotos vorfindet, sei es Sex mit Kindern oder schlimmeres. Besucher von legalen Pornoseiten würden ja wohl auch nicht abgeneigt sein, wenn sich die Möglichkeit eines Beischlafs mit einem oder mehreren der favorisierten Modelle ergeben würde. Nur mal so als plumpes Beispiel. Und das Gary Glitter so etwas auch bereits gemacht hat, liegt ja wohl auch auf der Hand. Ein Freispruch ist ja nicht gleichbedeutend mit seiner Unschuld. Außerdem gibt es in seiner Autobiographie `Leader´ ein paar Zeilen, die mich an sich schon seit Jahren sehr stutzig machten. Es war bereits in den Siebzigern. Während einiger freier Tage auf Tour wurde ein kleiner Kurzurlaub in Thailand eingelegt. Glitter beschreibt, wie ihm des Nachts plötzlich das Bedürfnis überkam, mit einer Frau zu schlafen. Gegen Bezahlung bat er den Hotelportier etwas entsprechendes für ihn zu arrangieren. Er wurde von zwei finsteren Gestalten in einem Geländewagen abgeholt. Nach einer längeren Fahrt durch den Busch kam man an eine einsame Hütte. Und dort geschah es. Je mehr ich darüber nachdenke, desto offensichtlicher wird es, daß es sich mit Sicherheit nicht um eine Frau, sondern ein Kind gehandelt haben muss. Um in Thailand mit einer Frau zu schlafen, reicht es ja wohl, um mit ein paar Scheinen in der Hand mal kurz um die Ecke zu gehen. Da braucht man mit Sicherheit nicht Kilometerweit durch den Dschungel zu fahren. Aber das wollte ich alles nicht sehen. Ich wollte mir nicht eingestehen, daß ich jahrzehntelang einen perversen sexuell schwerst gestörten Psychopathen favorisiert habe, in den letzten Jahren sogar bewusst. Während ich für irgendeinen Hans - Dieter Gnieselhuber im Falle seines Besitzes von Kinderpornographie sofort für Zwangsamputation des gesamten Gehänges ohne Betäubung plädieren würde, haben mir im Falle von Gary Glitter zwei läppische Monate Gefängnis gereicht und er war für mich vollauf rehabilitiert. Und dafür schäme ich mich. Ebenso schäme ich mich dafür, daß ich diesen verdammten Sauhund vor Freunden und Bekannten immer in Schutz genommen habe und bei jeder sich bietender Gelegenheit seine Musik gespielt habe, wenn ich Besuch hatte. Und nicht nur dieses: Nach einem Konzert von Paul Di Anno (Ex Iron Maiden - Sänger) im Jahre 2000 in Lübeck trafen wir diesen auch persönlich und bekamen Autogramme. Bei dieser Gelegenheit habe ich Paul auch noch auf seine Coverversion von `Another Rock And Roll Christmas´ vom `Heavy Metal Christmas´ - Sampler (1994) angesprochen. Er meinte er hätte den Song lediglich just for fun aufgenommen. Und auf Gary Glitter persönlich angesprochen, sagte Paul, er würde ihn erschiessen, sollte er ihm auf der Straße begegnen. Und ich Arschloch reagierte auch noch mit wenig Verständnis dafür, worauf Paul mich fragte, ob ich Kinder hätte, was ich verneinte. Er sagte hierauf, wenn ich welche hätte, dann würde ich ihn verstehen. Jetzt endlich verstehe ich ihn, auch ohne Kinder. (Die sind nämlich sauteuer und nerven nur.) Auch ich würde Gary Glitter gern erschießen, damit der böse Spuk ein Ende hat. Allerdings, sollte ich wegen so einer Kanaille mein Leben ruinieren? Ich denke nicht. Die Gerichte kennen leider keine Tötung aus einem wichtigen Grund, die dann natürlich höchstens als Ordnungswidrigkeit wie Schwarzfahren geahndet werden dürfte. (Falls diese Homepage von der Polizei observiert wird: Nein, ich könnte ihn natürlich nicht erschießen. Ich besitze keine Schußwaffe und führe dementsprechend nie eine bei mir.) Zu alledem hatte ich hier unter dieser Rubrik bis vor kurzem noch einen von mir verfassten Artikel, der sich `Hetzjagd auf Gary Glitter´ nannte, der sich damit befasste, daß die britischen Medien ihm auf den Fersen seien, und wie ach so ungerecht ich das alles fand. Auf alle Fälle ist mir das jetzt alles völlig peinlich. (Lösche ich jetzt das Licht, dann kann man meinen Schädel in dunkelstem rot glühen sehen.) Ich habe mich ja praktisch schon zum Anwalt von dem ganzen pädophilen Gesocks gemacht. Dabei gehören diese Typen aus der Gesellschaft isoliert. Die müssen weg, ausgerottet werden! Soweit mein erstes Statement. Weiter mit der Story:

Nach diversen Morddrohungen und einer aufgebrachten Meute, die sich vor seiner Villa postierte, so daß Glitter Polizeischutz anforderte und leider auch erhielt, verließ er ein weiteres mal das Land in Richtung Kuba. Doch dort war er inzwischen nicht mehr erwünscht und wurde nach einiger Zeit des Landes verwiesen. Weiter ging es über Thailand nach Kambodscha, Länder die für echten Kinderschänder an sich Traumziele sind. Das machte mich zwar stutzig, aber als auch nach Jahren keine neuen Negativmeldungen in Sachen Glitter auftauchten, war ich beruhigt und die Sache war für mich gegessen. Auch in Kambodscha wurde Glitter nach einiger Zeit ausgewiesen und siedelte nach Vietnam um. Dort lebte er über ein Jahr lang unbehelligt und mietete sich dort in einem kleinen Badeort eine schnieke Villa mit Swimming Pool und allem drum und dran. Am 21. Dezember letztes Jahr platzte dann die Bombe. Glitter, der mit einer Vierzehnjährigen auf der Flucht vor der Polizei war, wurde auf einem Flughafen festgenommen, als er gerade das Land verlassen wollte. Ihm wird Unzucht mit Minderjährigen vorgeworfen. Mehrere minderjährige Mädchen hatten vor der Polizei ausgesagt, er hätte Sex mit ihnen gehabt. Darunter war auch eine erst dreizehnjährige. Natürlich stritt Glitter mal wieder alles ab. Dabei behauptete er erst, er hätte die Mädchen für volljährig gehalten. Dann wiederum, er hätte keinen Sex mit ihnen gehabt, sondern wollte ihnen lediglich Englisch beibringen. (Na was denn nun?!) Nach und nach kamen immer mehr und noch schmutzigere Details ans Licht. Erst war es eine immerhin noch Zwölfjährige, dann sogar eine Elf - und eine Zehnjährige, die glaubhaft versicherten, daß es zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Er soll seine Opfer mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht haben. Eines der Mädchen meinte gegenüber einer britischen Tageszeitung: "Dieser Mann ist ein Monster. Kein Mädchen ist vor ihm sicher." Außerdem sei Glitter kein Freund von Schmusesex, sondern mag es nur auf die harte Tour. In Vietnam gelten übrigens sexuelle Handlungen an Kindern unter 14 Jahren automatisch als Vergewaltigung, und Vergewaltigung wird dort mit dem Tod durch Erschießen bestraft. (Darüber sollte man hierzulande auch ruhig mal nachdenken, anstelle der drei Monate auf Bewährung oder was es dafür gibt.) Die Anklage wegen Vergewaltigung wurde aufgrund mangelnder Beweise inzwischen leider fallen gelassen. Außerdem hat Glitter den Familien zwei seiner jüngsten Opfer umgerechnet je 2000,- $ Entschädigung gezahlt, was für diese in Vietnam viel Geld ist, für ihn allerdings nur ein lächerliches Taschengeld. Dafür haben die Familien sich aber auch bereit erklärt, sich schriftlich für ihn einzusetzen, mit der Bitte an die Staatsanwaltschaft, die Anklage fallen zu lassen. Die wurde jedoch natürlich nicht fallen gelassen. Denn die Polizei fand im Laufe ihrer Ermittlungen immer weitere Opfer. So hat Glitter mit einer Achtzehnjährigen zusammengelebt, die täglich für ihn am Strand nach jungen Mädchen Ausschau gehalten und jeweils eine per Motorroller in seine Villa gebracht hat. Dann gab es den Vorfall, daß Glitter aus einer Bar rausflog, weil er dort eine minderjährige Bedienung begrabscht hat. Dagegen mutet die Story, daß  Glitter bei einer Hausdurchsuchung vorsorglich seinen Computer zerstörte, was allerdings nicht ganz klappte, weil die Festplatte intakt blieb, noch eher unspektakulär an. Und siehe da: Es fand sich wieder einmal massig Kinderpornografie darauf. Da kommt schon einiges zusammen, was für Gewaltig Wut im Bauch und Brechreiz im Magen sorgt. Glitter sitzt erst einmal in Untersuchungshaft. Ein Prozess ist für Ende Februar angesetzt. Ihm drohen bis zu zwölf Jahren Gefängnis. Nicht viel für solch einen üblen Sexualstraftäter. Jedoch: In Vietnam sind die Gefängnisse wesentlich härter, als hier in Europa. Stockschläge und Behandlungen mit dem Elektroschocker sind dort an der Tagesordnung. Die Gefangenen schlafen auf dem nackten Fußboden. Und zu Essen gibt es monatlich 15 kg Reis oder Reisersatz, was oftmals auf 12 kg reduziert wird. Das wäre genau das richtige für einen Typen wie Gary Glitter. Unter diesen Bedingungen kriegt er wahrscheinlich so schnell keinen mehr hoch. Außerdem kann er dort keine weiteren Schäden anrichten. Aber die Hoffnung beginnt zu schmelzen, daß es dazu wirklich kommt. Offizielle der zuständigen Staatsanwaltschaft haben bereits durchblicken lassen, daß auch eine Geldstrafe oder eine Deportation in seine englische Heimat denkbar wäre. Jedenfalls hat Glitter für 640.000 $ bereits seine englische Villa verkauft, um die wohl augenscheinlich hohe Geldstrafe berappen zu können. Eine Deportation in seine Heimat dürfte jedoch auch nicht viel besser als vietnamesischer Knast für Glitter sein. Man erinnere sich: Es gab bereits Morddrohungen und Bedrohungen gegen ihn, wegen den Fotos auf seinem PC. Was sollte dann erst jetzt dort los sein, wenn er nach England zurückkehrt... Ich sehe das schon kommen: Dieser Drecksack kommt mal wieder davon. Und was bringt das ganze? Er wird weitermachen wie bisher, vielleicht nicht in Vietnam, aber irgendwo wird er schon einen Platz für seine Abartigkeiten finden. Seine zukünftigen Opfer tun mir jetzt schon leid. Aber erst einmal heißt es Abwarten. Ende Februar weiß man vielleicht schon mehr.

Was wirlich schlimm ist: Gary Glitter´s Verbrechen haben auch Auswirkungen auf andere, die nichts dafür können und rein gar nichts damit zu tun haben. Ich spreche hier von den Mitgliedern seiner ehemaligen Begleitband der Siebziger und Achtziger The Glitter Band, John Rossall und Harvey Ellison die auch eine eigenständige Karriere am Laufen haben. Ihnen wird jetzt der Name Glitter zum Verhängnis. Es wurden in England bereits fest gebuchte Gigs seitens der Clubinhaber storniert, seitdem die Nachricht von Gary Glitter´s Machenschaften in Vietnam bekannt wurden. Dabei haben John und Harvey, sowie ihre neuen Mitstreiter mit der ganzen pedofilen Scheiße nun rein überhaupt nichts zu tun. John Rossall dazu in einem Interview: Die Leute denken, wir wussten davon. Aber keiner wusste es. Es war nicht Gary Glitter der diese furchtbaren Dinge getan hat, es war Paul Gadd. Ich sehe Gary Glitter eher als einen Schauspieler, eine Kunstfigur. Ich habe das letzte mal vor 25 Jahren mit ihm gesprochen. Wenn ich daran denke, daß ich mit diesem Mann mal eine Bühne geteilt habe, dreht sich mir der Magen um." Das liegt ja wohl auf der Hand, daß keiner von der Glitter Band etwas davon gewußt hat. Solche Dinge finden ja wohl eher heimlich im Verborgenen statt. Und selbst Gary Glitter wird wohl kaum so blöd gewesen sein, seine abartigen Neigungen an die große Glocke zu hängen. 

Was hat Gary Glitter auf der Habenseite? An sich nur seine Musik. Die ist nach wie vor grandios, genau wie seine extravaganten Liveshows es waren. Auch wenn mir momentan übel wird, wenn ich etwas von ihm hören sollte, was ich auch möglichst vermeide. Aber er hatte schon tolle Songs, über Jahrzehnte hinweg. Er war der geborene Glamrocker, der einzige der konsequent diese Linie weiterverfolgt hat. Und er besaß Ausstrahlung, Charisma und Charme. Er war der perfekte Showman. Vielleicht muß man krank und pervers sein, um so genial und einzigartig zu sein, wie er es in seiner musikalischen Laufbahn als Gary Glitter war? Keine Ahnung... Jedenfalls war über Jahrzehnte für mich jede neue Gary Glitter - Scheibe, jedes neue VHS - Video eine absolute Sensation, die mich in ungeahnte Glücksgefühle versetzte. Ganz zu schweigen, von den drei Konzerten, auf denen ich war. Das größte war für mich natürlich, ihn mal persönlich zu treffen. Das war im November 1988 nach einem Konzert im Hamburger Docks. Ich wartete zusammen mit einer ganzen Reihe von Leuten am Hinterausgang auf ihn. Es hat ewig gedauert, aber irgendwann kam er tatsächlich, vergnügt und bestens gelaunt, machte Scherze, schüttelte Hände und gab Autogramme. Da war nichts an diesem Mann, was auch nur die leiseste Vermutung aufkommen ließ, daß er pädophil wäre. Gary Glitter war lange Zeit Teil meines Lebens und hat mir viel Freude bereitet. Aber das ist endgültig vorbei. Inzwischen bereitet er mir nur noch Ärger und Verdruss. Es wäre echt das beste, er wäre tot.

F.P. 18. / 19.01. 2006

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