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Am 12. Dezember
vergangenen Jahres, als Jan und ich in der Fabrik auf dem Uriah Heep –
Konzert waren, trafen wir auf Jeff Brown, ex Sweet, jetzt bei B.C. Sweet,
der Band die aus Brian Connolly´s Sweet (Deshalb die Kürzel B.C.)
hervorging, nachdem dieser im März 1997 tragischerweise verstarb. Er
befand sich am Merchandisestand und unterhielt sich mit einer attraktiven
Frau. Wie sich herausstellte, ist das seine Freundin, die normalerweise in
einem noblen Autohaus im feinen Hamburger Stadtteil Niendorf Mercedes
Limousinen verkauft. Sie sprang an jenem Abend am Merchandisestand für
einen erkrankten Freund ein. Die beiden sind bereits seit fünf Jahren
zusammen. Kennengelernt haben sie sich praktisch auf Umwegen des Zufalls.
Michael Haas, Konzertpromoter und gleichzeitig Ehemann von Suzi Quatro
kaufte damals bei Jeff´s zu der Zeit noch zukünftigen Freundin einen
Wagen. Dadurch lernte sie auch Suzi Quatro kennen. Suzi Quatro wiederum
kennt The Sweet, und über Suzi lernte auch sie die Musiker von Sweet
kennen, darunter damals noch Jeff. (Diese absolut privaten
Insideriniformationen haben wir von ihr persönlich.) Da Jeff nun desöfteren
nach Hamburg fliegt, um seine Freudin zu besuchen, war er praktisch auf
einem Uriah Heep – Gig in Hamburg, was schon ziemlich außergewöhnlich
anmutete, da B.C. Sweet nirgendwo in der Nähe spielten.
Jedenfalls
hatten wir Gelegenheit mit dem sympathischen Jeff und seiner ebenso
sympathischen Freundin zu sprechen, und was Jeff betrifft, auch ein paar
Bier zu zischen. Dabei kam gleich zu Beginn natürlich die Frage auf,
warum er nicht mehr bei Sweet spielt und singt. Die Antwort verschlug
einem fast die Sprache: Eines Tages rief ihn Andy Scott an und teilte ihm
mit, daß Sweet in Kürze auf Tour gehen werden, jedoch ohne ihn. Die Band
habe bereits einen neuen Sänger / Bassisten und er sei gefeuert. Das ist
wirklich mehr als hinterhältig und erbärmlich, insbesondere wenn man
bedenkt, daß Jeff 15 Jahre in der Band gewesen ist, so lange, wie außer
Andy Scott und Mick Tucker niemand sonst! Den Grund dafür sieht Jeff
darin, daß Andy bei Sweet gern im Mittelpunkt steht und es nicht
verkraften kann, wenn sich andeutet, daß ihm jemand anderer aus der Band
den Rang abzulaufen droht. Diese These halte ich durchaus für glaubwürdig,
denn als der Sänger Chad Brown (Keine Verwandschaft.) gefeuert wurde und
Jeff neben seinem Bass den Gesang mit übernahm, mauserte er sich zu einem
erstklassigen Frontman, der dazu noch gut singen kann. Das machte ihn bei
den Fans zunehmend beliebter und populärer. Lebendiges Beispiel dafür
sind meine Ex- Freundin Silke und ihre Schwester Martina, die voll auf
Jeff abfahren. Jeff nannte als Beispiele für Andy´s überzogenes Ego
Brian Connolly, Steve Priest, Paul Mario Day, Malcolm Mc Naulty und eben
Chad Brown, denen es ähnlich ergangen sei wie ihm. Im Falle der
letztgenannten zwei muss er es ja wissen, da er zu diesen Zeitpunkten ja
selbst in der Band spielte. Im Falle von Steve Priest stimmt es wohl
nicht, denn die Band löste sich damals 1982 auf und Steve ist 4 Jahre später
zur Reunion einfach nicht mehr zurückgekehrt, da er mittlerweile in die
USA übergesiedelt ist. Über die Umstände des Verschwindens von Paul
Mario Day, Malcolm Mc Naulty und Chad Brown ist allerdings auch nichts näheres
bekannt. Außer bei Chad Brown vielleicht. Es hiess, er wäre bei den Fans
nicht sonderlich beliebt gewesen und musste deshalb gehen. Aber ob das
wirklich so war... Fakt ist, daß nachdem Mal Mc Naulty nach dem Abgang
von Paul Mario Day seinen Bass beiseite legte und neuer (äußerst
hervorragender) Leadsänger wurde, er zunehmend beliebter bei den Fans
wurde. Noch Fragen? Und bei Brian Connolly war es schließlich so, daß
Brian zur Glamrockzeit der absolute Star bei Sweet war. Auf Iniative von
Andy schlug die Band musikalisch eine zunehmend anspruchsvollere Richtung
ein, die Instrumentalpassagen wurden länger und als wichtiger eingestuft,
als der Gesang. Brian kam damit nicht klar und verfiel zunehmend dem
Alkohol. Ein paar verpatzte Konzerte und einige Studiotermine zu denen
Brian nicht erschien, da zu betrunken, waren Anlass, ihn 1979 aus der Band
zu werfen. In einem Interview von damals erzählte Brian, er rief die
anderen an, um sich nach weiteren Aufnahmeterminen für die bereits mit
ihm begonnene neue Scheibe zu erkundigen, worauf die anderen drei ihm
mitteilten, sie hätten das Album bereits ohne ihn fertiggestellt, er sei
nicht mehr in der Band. Ich habe eigentlich nie richtig geglaubt, daß es
tatsächlich soo gewesen ist. Jedoch nach den Erzählungen von Jeff Brown
ergeben sich erstaunliche Parallelen. Das Ende der Geschichte ist, daß
Sweet ohne Brian nicht in die zweite, sondern gleich in die dritte Liga
absackten. Nach drei gefloppten, jedoch im Falle der letzten zwei
hervorragenden Alben, warfen die restlichen drei schließlich das
Handtuch.
Andy
tut sich und der Band mit seiner überzogenen Geltungssucht wahrlich
keinen Gefallen. Alle paar Jahre ein neuer Sänger, eine neue Stimme, so
etwas verunsichert das Publikum. Außerdem verprellt er damit die Anhänger
des jeweils Gefeuerten, die sich in Zukunft zweimal überlegen werden, ob
sie hingehen, wenn Sweet in der Nähe spielen. Wenn Andy so gern die
Hauptperson ist, warum singt er dann nicht selbst? Daß er es kann, hat er
auf vielen alten und neuen Sweet – Songs, sowie auf seinen Soloscheiben
bereits bewiesen. Außerdem käme bei alten Stücken wie `Lady Starlight´
oder `Into The Night´ so etwas wie ein Original – Sweet – Feeling
auf. Schade daß Sweet zur Zeit kein Einzelkonzert in der Nähe spielen.
Da sie nach der Show ja immer bereitwillig Autogramme geben und mit ihren
Fans reden, was natürlich eine starke Geste ist, hätte ich zu gern
einmal Andy´s Version gehört. Ich persönlich glaube jedenfalls, daß
Jeff die absolute Wahrheit erzählt hat. Seine Freundin hat uns das auch
glaubhaft bestätigt.
F.P.
08.01.04
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