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Lineup: Alvin
Stardust: vocal, guitar; Glyn Davies: guitar; Torsten Gluschke: guitar;
Dirk Wunderlich: bass; Marko Doltz: drums Alvin
Stardust zählt seit etwa 1977 zu meinen absoluten
Lieblingsinterpreten. Deshalb, und natürlich auch, weil der 28. ein
Freitag war, bin ich tatsächlich nach Bremen gefahren, obwohl am
nächsten Tag auch ein Gig in Hamburg anstand. Es hat auch alles super
geklappt. Alvin
Stardust hatte in England bereits 1961 als Shane Fenton mit seiner
ersten Single `I´m A Moody Guy´ einen Top Ten - Hit. Er zählte
neben Cliff Richard, Billy Fury, Joe Brown oder Johnny Kidd zu den
typischen Vertretern der britischen Rock n´ Roll - Szene. 1964, als
Bands wie die Beatles und Stones die Musikszene beherrschten, war
seine Karriere am Ende. 1972 erschien mit `Eastern Seaboard´ noch
eine Shane Fenton - Single, die jedoch keine Beachtung fand. Erst im
folgenden Jahr, im Zuge des in voller Blüte befindlichen Glam Rock,
änderte Bernard Jewry, wie Alvin in Wirklichkeit heißt, seinen Namen
in Alvin Stardust, zwängte sich in schwarzes Leder, färbte seine
Haare schwarz und landete mit `My Coo Ca Choo´ einen Nr. 1 - Hit, der
sich selbst in den USA hoch platzieren konnte. Es folgten weitere
Hits. Nach nur drei Jahren ereilte Alvin das selbe Schicksal vieler
seiner Glamrock - Kollegen: Sein Stern begann zu sinken. 1979 / 80
folgten zahlreiche Auftritte im TV in den Rock n´ Roll Revues `Oh
Boy!´ und `Let´s Rock!´ in denen u.a. auch Shakin´ Stevens, Les
Gray (Mud), Lulu und Joe Brown regelmäßig zu sehen waren. 1981
gelang das Comeback mit dem Smash Hit `Pretend´. Weitere Hits
folgten, darunter die Erfolgsnummer `I Feel Like Buddy Holly´ (1984).
Auch heute ist Alvin noch aktiv, vorwiegend live, wenn auch in
lockeren Abständen immer mal wieder eine neue Scheibe erscheint. Die
bisher neueste ist die Single `Boppin´ On A Saturday Night´ (2004)
mit der Bremer Rockabilly Band The Wild Black Jets. Alvin und die Jets
begegneten sich etwa 2003 bei einem Rock n´ Roll Festival, für das
beide unabhängig voneinander gebucht waren und schlossen
Freundschaft. Das führte zu gelegentlichen gemeinsamen Auftritten und
halt zur gemeinsamen Single. Nun hatte ich das Glück, Alvin und die
Wild Black Jets im Rahmen ihrer kurzen, (3 Gigs), `Rockin´ All Over
The Nation´, (Benannt nach einem Song auf der Single.), - Tour live
zu erleben. Abgesehen
von gelegentlichen Durchfahrten war ich zum ersten mal in Bremen. Viel
habe ich auch nicht gesehen, denn der Veranstaltungsort liegt in
unmittelbarer Bahnhofsnähe, was mir natürlich sehr gelegen kam. Das
Meisenfrei ist ein klasse Konzertclub mit zivilen Bierpreisen. (Wo
bekommt man heute schon noch 0,5 Liter für 2,90 €? Der Laden wirkt
geräumig und bietet etwa 300 Leuten Platz. Neben einem
großzügigen Eingangsbereich, befindet sich hinten rechts im
Hauptsaal der Getränketresen. Direkt gegenüber mit guter Sicht auf
die Bühne befindet sich ein Bereich mit Tischen und Stühlen. Alles
andere ist frei. Die Bühne selbst ist von angemessener Größe und
Höhe. Besonders gut geregelt ist, daß der Boden zur Bühne hin
abschüssig ist. Somit hat man auch ganz hinten noch eine vernünftige
Sicht. Abgesehen davon ist es im Meisenfrei äußerst sympathisch und
gemütlich. Nebenan gibt es zusätzlich noch die gleichnamige Kneipe,
die sowohl von der Straße aus, als auch durch einen Quergang vom Club
zu erreichen ist. So kann man sich auch dort Getränke für den Club
besorgen. Schade, daß es derartigen Laden in Hamburg nicht gibt. Allerdings
hat sich der Konzertbeginn ganz schön hingezogen, was mir im Hinblick
auf meinen letzten Zug um zehn Minuten nach Mitternacht gelegentlich
Kopfzerbrechen bereitete. Denn: Es gab auch noch ein Vorprogramm, eine
deutsche Rockabilly Band, möglicherweise auch aus Bremen. Die waren
sehr gut, allerdings weiß ich überhaupt nicht, wie die heißen. Nach
derem überzeugenden Auftritt dauerte es nochmals eine ganze Zeit, bis
endlich der Hauptact die Bühne betrat. Der Club war zwar nicht voll,
aber passabel gefüllt, was sicherlich daran lag, daß die Wild Black
Jets in Bremen ein Heimspiel haben. Auch ein Eintrittspreis von 14,-
€ an der Abendkasse, für heutige Verhältnisse wirklich nicht viel,
wird dazu beigetragen haben. Abgesehen von zwei Ausnahmen gab es kein
eigenes Alvin Stardust - Material. Nicht einmal ein Song der Single
mit den Wild Black Jets wurde gespielt, was sich an sich ja angeboten
hätte. Stattdessen gab es jede Menge Rock n´ Roll Klassiker aus den
Fünfzigern, die Musik, mit der Alvin aufgewachsen ist. Das ist ganz
im Stile von Alvin´s in England mittlerweile jährlich stattfindenden
längeren Rock n´ Roll - Tourneen, die sich dort steigender
Beliebtheit erfreuen. Ach ja, bevor ich´s vergesse: Zusätzlich zu
den Wild Black Jets, die sich hier als reine Begleitband von Alvin
eher im Hintergrund hielten, hat Alvin zur Verstärkung seinen eigenen
Gitarristen Glyn Davies mitgebracht. Da Alvin, ganz im Stile des
frühen Elvis Presley, Akustikgitarre spielt, waren somit drei
Gitarristen zu hören. Das sorgte für einen satten fetzigen Sound, an
dem es ohnehin absolut nichts zu bemängeln gab. Man erlebte eine hoch
spielfreudige und excellente Band und Alvin selbst war bei bester
Laune und in fantastischer Verfassung, charismatisch und einfach
grandios. Schwer zu glauben, daß der Mann schon 63 Lenze auf dem
Buckel hat. Zwischen den Songs gab Alvin interessante Anekdoten zum
jeweils folgenden Stück zum besten. Z.B. wie er als Teenager Gene
Vincent persönlich kennenlernte, oder backstage mit Buddy Holly and
the Crickets `Peggy Sue´ jammte. Es war Alvin anzumerken, wie viel
Spaß es ihm bereitete, in alten Erinnerungen zu kramen und die
Lieblingssongs seiner Jugend zu spielen. Es
begann mit Rockabilly und einem Medley aus drei frühen Elvis - Hits,
die von diesem allerdings damals bereits gecovert waren. Mit `Hound
Dog´ folgt ein weiterer Elvis - Hit, den Alvin jedoch im Stil des
Originals der schwarzen Bluessängerin Big Mama Thornton darbot. Im
Grunde genommen noch mehr Elvis gab es mit der fetzigen Version von
Carl Perkins´ `Blue Suede Shoes´. Ein weiteres Highlight war
zweifelsohne die mächtig abrockende Version von Gene Vincent´s `Say
Mama´. Sehr gut rüber kam auch der Eddie Cochran - Rocker `C´mon
Everybody´, den Alvin bereits 1975 auf dem Album `Rock With Alvin´
hatte. Mit `Honey Don´t´ gab es eine weitere Carl Perkins - Nummer
und es folgte eine grandiose Version von Jerry Lee Lewis´ `Whole
Lotta Shakin´ Goin´ On´. Dann wurde es balladesk mit Alvin´s von
Mike Batt für ihn geschriebenem Song `I Feel Like Buddy Holly´, der
jedoch nicht ganz so lahmarschig wie auf Platte rüberkam. Es blieb
etwas ruhiger mit dem u.a. durch Elvis bekannten jazzig angehauchten `Fever´.
Danach folgte ein weiterer von Alvin´s eigenen Hits, der melodische
Rock n´ Roller `Pretend´, an sich auch ein Rock n´ Roll - Cover,
wobei das Original an sich eher heute weitgehend unbekannt ist. Es
folgte ein furioses fetziges Medley aus Carl Perkins´`Gone Gone Gone´,
dem `Mean Woman Blues´ und Elvis´ `All Shook Up´. Sehr interessant
und gut abgehend war auf jeden Fall die letzte Nummer des offiziellen
Sets, ein Medley aus den ersten zwei Alvin Stardust Hits `My Coo Ca
Choo´ und `Jealous Mind´. Alvin und die Wild Black Jets
hinterließen ein begeistertes Publikum und so gab es natürlich noch
eine Zugabe, welche aus zwei Titeln bestand und wo nochmals so richtig
kräftig abgerockt wurde: Als erstes die Jerry Lee Lewis - Nummer
`Great Balls Of Fire´. Dann ein grandios rockendes Medley aus den
Chuck Berry - Stücken `Johnny B. Goode´ und `Bye Bye Johnny´, wobei
es ausreichend Gelegenheit zum Mitgröhlen und Mitklatschen gab. Viel
zu schnell endete ein fantastischer Rock n´ Roll - Abend, den ich
bereits jetzt zu den Konzerthighlights des laufenden Jahres zählen
kann. Unvergesslich! Dann war es aber auch schon Zeit, meinen Zug noch
kriegen. Also leider kein persönliches Treffen und Autogramme. Aber
es gab ja noch den Samstag... F.P.
07.05. 2006 Setlist: 01.
Mystery Train / My Baby Left Me / That´s Alright 02.
Hound Dog 03.
Blue Suede Shoes 04.
Rock Around The Clock 05.
Say Mama 06. C´
mon Everybody 07.
Honey Don´t 08.
Whole Lotta Shakin´ Goin´ On 09.
Peggy Sue 10. I
Feel Like Buddy Holly 11.
Fever 12. Pretend 13.
Gone Gone Gone / Mean Woman Blues / All Shook Up 14.
My Coo Ca Choo / Jealous Mind 15.
Great Balls Of Fire (Zugabe) 16.
Johnny B. Goode / Bye Bye Johnny (Zugabe) Mehr
von Alvin Stardust und den Wild Black Jets: Konzertbericht
vom 29.04. 2006 im Logo, Hamburg Boppin´
On A Saturday Night (CD - Single) (2004) Alvin
Stardust - Rockin´ Around The Christmas Tree (CD) (2003) Shane
Fenton and the Fentones - The Complete A - Sides And B - Sides (CD)
(2003) The
Wild Black Jets - We Don´t Care What People Say ... Rock n´ Roll Is
Here To Stay! (CD) (2002) Alvin
Stardust - Christmas (Single) (1989) Alvin
Stardust - So Near To Christmas (Maxi) (1984) Alvin
Stardust - So Near To Christmas (Single) (1984)
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