Alvin Stardust and the Wild Black Jets  28.04. 2006 Meisenfrei Bluesclub, Bremen 

--  
   
   

Home

News
Record reviews
Concert reviews
Spezielle Themen
Meine Tonträger
Galerie
Links
Gästebuch
Über mich
Kontakt
 

 

 

 

Lineup: Alvin Stardust: vocal, guitar; Glyn Davies: guitar; Torsten Gluschke: guitar; Dirk Wunderlich: bass; Marko Doltz: drums

Alvin Stardust zählt seit etwa 1977 zu meinen absoluten Lieblingsinterpreten. Deshalb, und natürlich auch, weil der 28. ein Freitag war, bin ich tatsächlich nach Bremen gefahren, obwohl am nächsten Tag auch ein Gig in Hamburg anstand. Es hat auch alles super geklappt.

Alvin Stardust hatte in England bereits 1961 als Shane Fenton mit seiner ersten Single `I´m A Moody Guy´ einen Top Ten - Hit. Er zählte neben Cliff Richard, Billy Fury, Joe Brown oder Johnny Kidd zu den typischen Vertretern der britischen Rock n´ Roll - Szene. 1964, als Bands wie die Beatles und Stones die Musikszene beherrschten, war seine Karriere am Ende. 1972 erschien mit `Eastern Seaboard´ noch eine Shane Fenton - Single, die jedoch keine Beachtung fand. Erst im folgenden Jahr, im Zuge des in voller Blüte befindlichen Glam Rock, änderte Bernard Jewry, wie Alvin in Wirklichkeit heißt, seinen Namen in Alvin Stardust, zwängte sich in schwarzes Leder, färbte seine Haare schwarz und landete mit `My Coo Ca Choo´ einen Nr. 1 - Hit, der sich selbst in den USA hoch platzieren konnte. Es folgten weitere Hits. Nach nur drei Jahren ereilte Alvin das selbe Schicksal vieler seiner Glamrock - Kollegen: Sein Stern begann zu sinken. 1979 / 80 folgten zahlreiche Auftritte im TV in den Rock n´ Roll Revues `Oh Boy!´ und `Let´s Rock!´ in denen u.a. auch Shakin´ Stevens, Les Gray (Mud), Lulu und Joe Brown regelmäßig zu sehen waren. 1981 gelang das Comeback mit dem Smash Hit `Pretend´. Weitere Hits folgten, darunter die Erfolgsnummer `I Feel Like Buddy Holly´ (1984). Auch heute ist Alvin noch aktiv, vorwiegend live, wenn auch in lockeren Abständen immer mal wieder eine neue Scheibe erscheint. Die bisher neueste ist die Single `Boppin´ On A Saturday Night´ (2004) mit der Bremer Rockabilly Band The Wild Black Jets. Alvin und die Jets begegneten sich etwa 2003 bei einem Rock n´ Roll Festival, für das beide unabhängig voneinander gebucht waren und schlossen Freundschaft. Das führte zu gelegentlichen gemeinsamen Auftritten und halt zur gemeinsamen Single. Nun hatte ich das Glück, Alvin und die Wild Black Jets im Rahmen ihrer kurzen, (3 Gigs), `Rockin´ All Over The Nation´, (Benannt nach einem Song auf der Single.), - Tour live zu erleben.

Abgesehen von gelegentlichen Durchfahrten war ich zum ersten mal in Bremen. Viel habe ich auch nicht gesehen, denn der Veranstaltungsort liegt in unmittelbarer Bahnhofsnähe, was mir natürlich sehr gelegen kam. Das Meisenfrei ist ein klasse Konzertclub mit zivilen Bierpreisen. (Wo bekommt man heute schon noch 0,5 Liter für 2,90 €? Der Laden wirkt geräumig und bietet etwa 300 Leuten Platz. Neben  einem großzügigen Eingangsbereich, befindet sich hinten rechts im Hauptsaal der Getränketresen. Direkt gegenüber mit guter Sicht auf die Bühne befindet sich ein Bereich mit Tischen und Stühlen. Alles andere ist frei. Die Bühne selbst ist von angemessener Größe und Höhe. Besonders gut geregelt ist, daß der Boden zur Bühne hin abschüssig ist. Somit hat man auch ganz hinten noch eine vernünftige Sicht. Abgesehen davon ist es im Meisenfrei äußerst sympathisch und gemütlich. Nebenan gibt es zusätzlich noch die gleichnamige Kneipe, die sowohl von der Straße aus, als auch durch einen Quergang vom Club zu erreichen ist. So kann man sich auch dort Getränke für den Club besorgen. Schade, daß es derartigen Laden in Hamburg nicht gibt.

Allerdings hat sich der Konzertbeginn ganz schön hingezogen, was mir im Hinblick auf meinen letzten Zug um zehn Minuten nach Mitternacht gelegentlich Kopfzerbrechen bereitete. Denn: Es gab auch noch ein Vorprogramm, eine deutsche Rockabilly Band, möglicherweise auch aus Bremen. Die waren sehr gut, allerdings weiß ich überhaupt nicht, wie die heißen. Nach derem überzeugenden Auftritt dauerte es nochmals eine ganze Zeit, bis endlich der Hauptact die Bühne betrat. Der Club war zwar nicht voll, aber passabel gefüllt, was sicherlich daran lag, daß die Wild Black Jets in Bremen ein Heimspiel haben. Auch ein Eintrittspreis von 14,- € an der Abendkasse, für heutige Verhältnisse wirklich nicht viel, wird dazu beigetragen haben. Abgesehen von zwei Ausnahmen gab es kein eigenes Alvin Stardust - Material. Nicht einmal ein Song der Single mit den Wild Black Jets wurde gespielt, was sich an sich ja angeboten hätte. Stattdessen gab es jede Menge Rock n´ Roll Klassiker aus den Fünfzigern, die Musik, mit der Alvin aufgewachsen ist. Das ist ganz im Stile von Alvin´s in England mittlerweile jährlich stattfindenden längeren Rock n´ Roll - Tourneen, die sich dort steigender Beliebtheit erfreuen. Ach ja, bevor ich´s vergesse: Zusätzlich zu den Wild Black Jets, die sich hier als reine Begleitband von Alvin eher im Hintergrund hielten, hat Alvin zur Verstärkung seinen eigenen Gitarristen Glyn Davies mitgebracht. Da Alvin, ganz im Stile des frühen Elvis Presley, Akustikgitarre spielt, waren somit drei Gitarristen zu hören. Das sorgte für einen satten fetzigen Sound, an dem es ohnehin absolut nichts zu bemängeln gab. Man erlebte eine hoch spielfreudige und excellente Band und Alvin selbst war bei bester Laune und in fantastischer Verfassung, charismatisch und einfach grandios. Schwer zu glauben, daß der Mann schon 63 Lenze auf dem Buckel hat. Zwischen den Songs gab Alvin interessante Anekdoten zum jeweils folgenden Stück zum besten. Z.B. wie er als Teenager Gene Vincent persönlich kennenlernte, oder backstage mit Buddy Holly and the Crickets `Peggy Sue´ jammte. Es war Alvin anzumerken, wie viel Spaß es ihm bereitete, in alten Erinnerungen zu kramen und die Lieblingssongs seiner Jugend zu spielen. 

Es begann mit Rockabilly und einem Medley aus drei frühen Elvis - Hits, die von diesem allerdings damals bereits gecovert waren. Mit `Hound Dog´ folgt ein weiterer Elvis - Hit, den Alvin jedoch im Stil des Originals der schwarzen Bluessängerin Big Mama Thornton darbot. Im Grunde genommen noch mehr Elvis gab es mit der fetzigen Version von Carl Perkins´ `Blue Suede Shoes´. Ein weiteres Highlight war zweifelsohne die mächtig abrockende Version von Gene Vincent´s `Say Mama´. Sehr gut rüber kam auch der Eddie Cochran - Rocker `C´mon Everybody´, den Alvin bereits 1975 auf dem Album `Rock With Alvin´ hatte. Mit `Honey Don´t´ gab es eine weitere Carl Perkins - Nummer und es folgte eine grandiose Version von Jerry Lee Lewis´ `Whole Lotta Shakin´ Goin´ On´. Dann wurde es balladesk mit Alvin´s von Mike Batt für ihn geschriebenem Song `I Feel Like Buddy Holly´, der jedoch nicht ganz so lahmarschig wie auf Platte rüberkam. Es blieb etwas ruhiger mit dem u.a. durch Elvis bekannten jazzig angehauchten `Fever´. Danach folgte ein weiterer von Alvin´s eigenen Hits, der melodische Rock n´ Roller `Pretend´, an sich auch ein Rock n´ Roll - Cover, wobei das Original an sich eher heute weitgehend unbekannt ist. Es folgte ein furioses fetziges Medley aus Carl Perkins´`Gone Gone Gone´, dem `Mean Woman Blues´ und Elvis´ `All Shook Up´. Sehr interessant und gut abgehend war auf jeden Fall die letzte Nummer des offiziellen Sets, ein Medley aus den ersten zwei Alvin Stardust Hits `My Coo Ca Choo´ und `Jealous Mind´. Alvin und die Wild Black Jets hinterließen ein begeistertes Publikum und so gab es natürlich noch eine Zugabe, welche aus zwei Titeln bestand und wo nochmals so richtig kräftig abgerockt wurde: Als erstes die Jerry Lee Lewis - Nummer `Great Balls Of Fire´. Dann ein grandios rockendes Medley aus den Chuck Berry - Stücken `Johnny B. Goode´ und `Bye Bye Johnny´, wobei es ausreichend Gelegenheit zum Mitgröhlen und Mitklatschen gab.

Viel zu schnell endete ein fantastischer Rock n´ Roll - Abend, den ich bereits jetzt zu den Konzerthighlights des laufenden Jahres zählen kann. Unvergesslich! Dann war es aber auch schon Zeit, meinen Zug noch kriegen. Also leider kein persönliches Treffen und Autogramme. Aber es gab ja noch den Samstag...

F.P. 07.05. 2006

Setlist:

01. Mystery Train / My Baby Left Me / That´s Alright

02. Hound Dog

03. Blue Suede Shoes

04. Rock Around The Clock

05. Say Mama

06. C´ mon Everybody

07. Honey Don´t

08. Whole Lotta Shakin´ Goin´ On

09. Peggy Sue

10. I Feel Like Buddy Holly

11. Fever

12. Pretend

13. Gone Gone Gone / Mean Woman Blues / All Shook Up

14. My Coo Ca Choo / Jealous Mind

15. Great Balls Of Fire (Zugabe)

16. Johnny B. Goode / Bye Bye Johnny (Zugabe)

Mehr von Alvin Stardust und den Wild Black Jets:

Konzertbericht vom 29.04. 2006 im Logo, Hamburg

Boppin´ On A Saturday Night (CD - Single) (2004)

Alvin Stardust - Rockin´ Around The Christmas Tree (CD) (2003)

Shane Fenton and the Fentones - The Complete A - Sides And B - Sides (CD) (2003)

The Wild Black Jets - We Don´t Care What People Say ... Rock n´ Roll Is Here To Stay! (CD) (2002)

Alvin Stardust - Christmas (Single) (1989)

Alvin Stardust - So Near To Christmas (Maxi) (1984)

Alvin Stardust - So Near To Christmas (Single) (1984)

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
   

--Kick Ass Rock 2006